Unsere Transalp

Vorbereitung

Nachdem wir im Juli 2020 erfahren hatten, wer im Transalp-Seminar ist, nutzten wir bereits vor Seminarbeginn die verbleibenden drei Schulwochen und die Sommerferien, um zu trainieren.
Zu Beginn des neuen Schuljahrs wurden die verschiedenen Aufgabenbereiche verteilt. Die erste Teilgruppe, die aktiv werden musste, waren unsere Routenplaner. Es war gar nicht einfach eine Route zu finden, die keinen überfordern würde, aber dennoch eine Herausforderung wäre. Hinzu kam, dass es an unserer Schule vor uns schon vier Transalps gegeben hatte, und wir nicht eine Route von unseren Vorgängern kopieren wollten. So musste mehrmals umgeplant werden. Ende November konnte das Team Routenplanung sein Ergebnis dann vorstellen. 
Im Oktober und November fanden in unseren Seminarstunden einige Ausfahrten mit dem Fahrrad statt, bis Anfang Dezember die Schule geschlossen wurde. Jetzt mussten wir bei vermehrt winterlichem Wetter komplett eigenverantwortlich trainieren.
Unsere Treffen fanden den ganzen Winter über nur per Videokonferenz statt. Trotzdem wurde Vieles organisiert. Ein Logo und ein Trainingsplan mussten erstellt werden, außerdem kümmerten wir uns um unseren Auftritt im Internet und der lokalen Presse. Wir starteten einen Instagram-Account und eine eigene Website, und in der Zeitung erschien ein Artikel über unser Vorhaben. Unser Reservierungsteam begann, sich nach geeigneten Unterkünften umzusehen und versandte Anfragen. Es wurden auch erste Versuche unternommen, Sponsoren zu finden - jedoch erfolglos.
Lange war nicht klar, ob wir überhaupt fahren könnten, da vom Kultusministerium aus mehrtägige Schulfahrten verboten waren. Erst Ende Mai erfuhren wir, dass dieses Verbot nach den Pfingstferien nicht mehr verlängert werden würde, und unsere Transalp wohl stattfinden könne.
Jetzt klappte es auch, Sponsoren zu finden. Unser Sponsoringteam akquirierte fleißig und wir trafen uns an mehreren Nachmittagen in kleinen Gruppen und zogen unter anderem durch Weißenhorn, Illertissen und Bellenberg, um nach Sponsoren zu suchen.
Mitte Juni konnte auch unser Trainingswochenende stattfinden. Am Samstag suchten wir uns in Weißenhorn und Bellenberg technisch schwierige Stellen und fuhren am Sonntag von Füssen aus die Säulingrunde. An diesen beiden Tagen konnten wir von unserem Trainer Christian Strasser aus dem Lehrteam Mountainbike des DAV einiges lernen und uns technisch verbessern.
Vor dem Start der Transalp mussten noch einige Sachen geplant werden. Unsere Trikots wurden bestellt und der Rücktransport gebucht. Außerdem gab es noch einige offene Fragen bezüglich der Packliste, die in unseren letzten Seminarstunden besprochen wurden. Dann konnte es nach einem Schuljahr Vorbereitung endlich losgehen.

Tag 1

Am Samstagmorgen trafen wir uns um 5.45 Uhr am alten Busbahnhof in Weißenhorn. Nachdem wir die Fahrräder verladen hatten, fuhren wir nach Füssen zu einem Parkplatz in der Nähe der Königsschlösser. Da es schon zum Start regnete, beschlossen wir, heute die Regenalternative unserer Etappe zu fahren und statt dem Schützensteig zum Plansee über Reutte zu fahren. Am Vormittag fuhren wir bis nach Lermoos, wo wir unsere Mittagspause machten. Am Nachmittag ging es hinauf zum Fernpass, gefolgt von einer tollen Abfahrt in unseren ersten Übernachtungsort, Nassereith. Dort konnten wir erstmal unsere nasse Regenkleidung zum Trocknen aufhängen. Nach dem gemeinsamen Abendessen besprachen wir noch die zweite Etappe.

Tag 2

Auch am zweiten Tag unserer Transalp regnete es. Nach dem Frühstück machten wir unseren Bikecheck. Der erste Teil unserer heutigen Etappe führte uns relativ flach von Nassereith über Imst nach Landeck. Doch schon vor Imst wurde uns klar, dass wir unsere Route spontan umplanen müssen. Aufgrund des Wetters war ein Fluss über die Ufer getreten, wodurch der ganze Radweg überschwemmt war. Einige von uns versuchten sich durch die Wassermassen zu kämpfen, doch hatten keine Chance gegen das knietiefe Wasser anzukommen. Bei diesem Versuch, die Route beizubehalten, wurden unsere Sachen so nass, dass man teilweise Wasser aus den Schuhen leeren konnte. Trotzdem mussten wir mit nassen Schuhen, die den Rest des Tages nicht mehr trocken wurden, weiterfahren. Weit kamen wir allerdings nicht. Noch in Imst brachen zwei von Romans Speichen. Konrad als Mechaniker musste nun die übrigen Speichen so lockern, dass Roman damit den Rest des Tages würde fahren können. Nun schafften wir es ohne weitere Zwischenfälle bis nach Landeck, wo wir unsere Mittagspause machten, die wegen der vielen Unterbrechungen kürzer ausfallen musste. Nach der Pause ging es bergauf, durch Tobadill. Kurz vor dem höchsten Punkt machten wir nochmal eine Pause, bevor wir nach See hinunterfuhren. Dort mussten wir erneut Pause machen. Durch eine Fußverletzung von Jascha beim Schieben auf einem wurzeligen Trail hatte das Team nun den ersten Verlust zu beklagen. Für den Rest der Gruppe ging es weiter nach Ischgl. Dafür dass es geheißen hatte, es wäre nicht mehr sehr weit, zog sich die Strecke doch ganz schön. Zwischen Kappl und Ischgl teilten wir uns schließlich in zwei Gruppen auf. Die Gruppe, die unten auf der Teerstraße hatte fahren wollen, kam dort nicht weiter und musste wieder zurück. Schließlich kamen wir aber alle im Hotel an und waren froh, den Abend nach einem anstrengenden Regentag gemeinsam im Trockenen ausklingen lassen zu können.

Tag 3

Am dritten Tag hatten wir endlich schönes Wetter. Nach dem Frühstück kauften wir erst noch in Ischgl Proviant, dann fuhren wir zur Seilbahn. Damit ging es hinauf zum Salaaser Kamm Trail. Oben angekommen erwartete uns eine geniale Aussicht. Der Trail führte erst auf einem Bergkamm entlang, von dem aus wir einen tollen Fernblick genießen konnten, dann folgte eine teilweise anspruchsvolle aber schöne Abfahrt. An der Schweizer Grenze machten wir eine kurze Pause, dann ging es weiter bergab, erst auf einem weiteren Trail, dann auf einem Schotterweg. Nachdem wir kurz ein paar Murmeltiere beobachtet hatten, fuhren wir hinauf zur Heidelberger Hütte, wo wir Mittagspause machten. Am Nachmittag mussten wir von der Heidelberger Hütte aus 300 Höhenmeter zum Fimberpass hochschieben. Nach einer Pause folgte eine lange Abfahrt. Am frühen Abend gab es dann einige Pannen. Erst hatten wir einen Platten, dann verfuhren wir uns und dann ging noch eine ganze Schaltung kaputt und wir mussten unseren Begleitfahrer Edi anrufen, damit er einen von uns zur Unterkunft mitnehmen konnte. Das kaputte Fahrrad mussten wir bis nach Scuol "abschleppen" und kamen deshalb erst spät in der Jugendherberge an.

Tag 4

An Tag 4 standen knapp 2000 Höhenmeter an. Erst ging es ca. 400 Höhenmeter auf einer Teerstraße bergauf, dann nochmal ungefähr 250 Höhenmeter auf einer Schotterstraße nach S-charl. Nach einer etwas längeren Pause ging es weiter bergauf zur Alp Astras, wo wir unsere Mittagspause machten. Nach der Pause mussten wir noch ein Stück weiter hoch zum Pass da Costainas, dann ging es abwechselnd bergauf und bergab zum Ofenpass, wo Edi mit Janas repariertem Fahrrad auf uns wartete. Wieder vollzählig fuhren wir vom Ofenpass einen Trail bergab und machten im Tal Pause, bevor es hoch zum Passo del Gallo ging. Von dort fuhren wir einen langen Trail mit toller Aussicht auf einen Stausee. Auf den letzten Kilometern zu unserer Unterkunft am Lago di Cancano hatten wir einen Platten. Der Schlauch war schnell ausgetauscht, jedoch ließ sich der Mantel nicht mehr aufziehen, auch ein vorbeifahrender italienischer Mountainbiker konnte uns nicht helfen. Also luden wir das Rad mitsamt Radlerin in den kleinen Fiat von zwei älteren Italienern. So schafften wir alle auch das letzte Stück zu unserer Hütte.

Tag 5

Der fünfte Tag begann mit einer rasanten Abfahrt auf einer Serpentinenstraße nach Bormio, wo wir einen Einkaufsstopp einlegten. Mit der Seilbahn ging es bis zur Mittelstation, dann ging es mit dem Rad weiter bergauf. Nach einer teils sehr steilen Abfahrt machten wir in Santa Caterina Mittagspause. Nach einer weiteren Seilbahnfahrt folgte ein schöner Trail, dann mussten wir 300 Höhenmeter den Gaviapass hoch. An einer Raststätte machten wir eine Schneeballschlacht und schauten uns eine Madonna-Statue an. Einige Jungs fuhren noch einen schwierigen Trail, der Rest hatte eine 15 km lange Abfahrt auf der Passtraße zu unserer Unterkunft in Precasaglio.

Tag 6

Der Morgen des sechsten Tages begann mit einer Abfahrt nach Ponte di Legno, wo wir einige Sachen einkauften, dann ging es ca. 630 Höhenmeter am Stück den Passo Tonale hinauf. Es folgte eine lange Abfahrt nach Ossana und weiter nach Mezzana, dort machten wir Mittagspause. Am Nachmittag ging es von Dimaro ca. 1000 Höhenmeter am Stück hinauf zur Malga Mondifra. Dort machten wir eine Pause und freundeten uns mit einigen Hühnern und zwei Eseln an, dann folgte am Ende des Tages eine flotte Abfahrt nach Madonna di Campiglio, wo wir nochmal einkaufen gingen, und noch ein Stück weiter zu unserer Unterkunft.

Tag 7

Nach dem Frühstück ging es an Tag 7 direkt los mit einem Anstieg von 450 Höhenmetern. Anschließend folgte eine anstrengende Schiebepassage von 250 Höhenmetern. Oben am Bärenpass machten wir erstmal Pause. Nach den fordernden Anstiegen kam eine Abfahrt von ca. 600 Höhenmetern, dann machten wir Mittagspause. Danach ging es zuerst weitere 600 Höhenmeter bergab, dann ging es in der Nachmittagshitze abwechselnd immer wieder bergauf und bergab über Fiavé und Ballino nach Campi. Dort begann die letzte Abfahrt unserer Transalp auf dem Pinzatrail. Gegen 16.15 Uhr konnten wir den Gardasee vom Trail aus sehen, eine halbe Stunde später waren wir da. Wir legten unsere Fahrräder ab und rannten alle gemeinsam mit unseren Radklamotten ins Wasser. Nachdem wir im See gebadet und Eis gegessen hatten, mussten wir noch ca. 10 km zu unserer Unterkunft in Arco fahren. Am Abend aßen wir zusammen am Pool der Unterkunft Pizza. 
Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Frühstück zu unserem Bus. Damit ging es dann relativ stau- und reibungslos zurück nach Weißenhorn, wo uns unsere Eltern bereits erwarteten.